2012 02.15. Nachruf zum Tod von Wolfgang Meschendörfer

Am 8. Februar 2012 starb nach schwerer Krankheit unser lieber Freund, Kollege und langjähriger Stellvertretender Musikschulleiter Wolfgang Meschendörfer mit 67 Jahren in Dessau.

Wolfgang Meschendörfer hat in seiner langen Wirkungszeit an der Musikschule des Zweckverbandes Coesfeld, Billerbeck, Rosendahl entscheidend zur Entwicklung ganzer Generationen von Schülerinnen und Schülern beigetragen und diese durch seine hervorragende menschliche und pädagogische Art geprägt.

Als ausführender Künstler hat er zudem in unzähligen Konzerten die kulturelle Landschaft der Region bereichert.

 

Die Leitung und das Kollegium der Musikschule wird ihm ein ehrendes Angedenken erhalten und wir sprechen allen Angehörigen unsere tiefe Verbundenheit aus.

 

Für die Zweckverbandsleitung und das Kollegium

 

Bernd Mertens             Dr. Mechtilde Boland-Theißen

Musikschulleiter           Zweckverbandsvorsteherin




Nachruf Wolfgang Meschendörfer
 
Allzu früh musste Wolfgang Meschendörfer uns verlassen. Er starb infolge einer schweren Erkrankung am 8. Februar 2012 in Dessau im Alter von 67 Jahren.
Mit ihm verliert die Stadt Coesfeld einen langjährig engagierten Mitbürger und viele Einwohner der Stadt einen treuen Freund.

Wolfgang Meschendörfer, geboren 1944 in Schäßburg,  stammte aus einer angesehenen und künstlerisch hoch begabten Familie der sächsisch-deutschen Minderheit in Rumänien (Siebenbürgen). 
Er studierte an der Musikhochschule Klausenburg, war danach Flötist an der Staatsphilharmonie Hermannstadt und von  1972 bis 1978 Leiter einer Flötenklasse an der Musikpädagogischen Fakultät der Universität Kronstadt.
Mit seiner aus Bonn stammenden Frau Roswitha und den beiden Kindern zog er 1980 nach Westdeutschland, wo sie an der Musikschule in Coesfeld eine Anstellung fanden.
Hier arbeitete Wolfgang Meschendörfer als qualifizierter Lehrer und hervorragender Künstler.
Er engagierte sich vorbildlich für diese Musikschule, gab  mehr als 150 öffentliche Konzerte und unterrichtete mehr als 320 Schülerinnen und Schüler. Viele von ihnen hat er erfolgreich auf den  Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ vorbereitet.
Den Schülern war er durch seine große Selbstdisziplin und seinen hohen künstlerischen Anspruch ein Vorbild.
Im Jahre 1993 wurde Wolfgang Meschendörfer zum stellvertretenden Schulleiter ernannt.

Bild 1 Mit seinem offenen und freundlichen Wesen fand er während seiner Zeit in Coesfeld viele Freunde bei Eltern von Schülern, bei Musikern und Kollegen, die oft und gerne nach Sirksfeld hinausfuhren, um mit ihm zu feiern, im Freien zu musizieren oder musikalisch zu frühstücken.
Er übernahm als stellvertretender Leiter der Musikschule gerne Verantwortung für das musikalische Geschehen in seiner neuen Heimatstadt Coesfeld und seiner näheren Umgebung.
Er war unter anderem Vorstandsmitglied des Konzertrings, mit dem er die Uraufführung eines der Stadt Coesfeld gewidmeten sinfonischen Werkes seines verehrten Freundes und Komponisten Hans-Peter Türk im Vorfeld der 800-Jahrfeier der Stadt Coesfeld realisieren konnte.

Ebenso beeindruckend und von hohem Niveau war die musikwissenschaftliche Tagung zur Musik seiner alten Heimat sowie die mit ihr verbundene Konzertreihe, die Wolfgang Meschendörfer 1995 in Coesfeld durchführen konnte.
Jahrelang war er Organisator der „Gesellschaft für deutsche Musikkultur im Südöstlichen Europa“ mit ihren Konzertwochen in Löwenstein.

Wolfgang Meschendörfer war auch ein sehr naturverbundener Mensch, der seit seinen Kindheitserlebnissen in den Karpaten die Berge liebte und immer wieder in langen Wanderungen hinaufstieg, um die Reinheit der Natur und die Größe der Panoramen zu genießen und für sich im Gedächtnis zu bewahren.

Schon vor Erreichen der Altersgrenze hatten er und seine Frau Roswitha bei ihrer Tochter in Dessau ein kleines Haus gebaut, wo sie mit ihren Enkelkindern den gemeinsamen Lebensabend verbringen wollten.
Wolfgang Meschendörfer verabschiedete sich 2008 aus Coesfeld mit einem Flötenkonzert, begleitet von seinem langjährigen Weggefährten Rudolf Innig am Klavier, mit dem er auch sein erstes Konzert in Coesfeld 28 Jahre zuvor bestritten hatte.
Die ungewöhnlich große Zahl der erschienenen Zuhörer, die unübersehbare Vielfalt von Geschenken und besten Wünschen zeigte, wie sehr Wolfgang Meschendörfer die Herzen vieler Coesfelder gewonnen hatte, die ihn nun schmerzhaft vermissen, aber in dankbarer Erinnerung behalten werden.


Dieter Westendorf